Mein Fazit
Der Gedanke, ein Auslandsjahr zu machen, neue Freundschaften auf der ganzen Welt zu knüpfen und die Herausforderung, mich in einem neuen Land, einer anderen Sprache und einem neuen Umfeld einzuleben, hat mich schon immer fasziniert. Vor nun knapp 9 Monaten bin ich also in den Flieger gestiegen, der mich dann über Singapur nach Sydney in Australien, mein neues Zuhause auf Zeit, gebracht hat.
Hier angekommen, hat mich meine Gastfamilie, Freunde meiner Eltern, die ich auch schon gut von vorherigen Urlauben kannte, empfangen. Die ersten Tage meines Auslandsaufenthaltes waren geprägt von Jetlag, neuen Bekanntschaften und der Challenge, mich an den Aussie Slang zu gewöhnen. Recht schnell war mir dann klar, dass es in einer so großen Stadt so unglaublich viele Dinge zu sehen gibt und hier so viele Abenteuer auf mich warten, dass ich unbedingt schnellstmöglich Freunde finden musste. Allerdings hat sich das die ersten Tage und Wochen ein wenig schwerer gestaltet als erwartet, da die Schule, an der ich angefangen hatte, leider nur einen sehr kleinen Jahrgang hatte und der Großteil meiner Mitschüler durch den Stress der Abschlussklausuren keinen Kopf für neue Bekanntschaften hatte. Meiner Zuversicht, die ganzen Abenteuer hier zu erkunden, wurde dann aber wieder größer, nachdem ich mithilfe meiner Gasteltern und Kulturwerke Deutschland den Wechsel auf eine andere Schule geschafft hab. Nachdem ich mich dort dann schon in den ersten Tagen verschiedenen Freundesgruppen angeschlossen hatte, haben wir viele schöne Momente zusammen erlebt. Wir haben viel die Stadt erkundet, sind häufig spontan zu Stränden gefahren, haben Urlaube zusammen verbracht und Partys zusammen gefeiert. In dem ganzen Jahr habe ich sehr stark gemerkt, wie viel Spaß es macht, neue Freundschaften zu knüpfen, sich auf Ideen und Ausflüge anderer einzulassen und wie schön es ist, sich auf sich selber verlassen zu können und seine eigenen Unternehmungen in so einer großen, neuen Stadt zu machen.
Aber natürlich gehört auch der Gedanke an die Heimat, Familie und Freunde dazu. Da mir ja aber bewusst war, dass ich alle in Deutschland nach dem Auslandsjahr auf alle Fälle wiedersehen würde und ich hier in Australien noch so vieles erleben wollte, war Heimweh kein Thema bei mir. Nichtsdestotrotz habe ich natürlich auch, neben meiner Familie und Freuden in Deutschland, einige Sachen wie zum Beispiel Brot oder gewohnte Rituale vermisst.
Nun sitze ich hier 9 Monate nach dem Beginn meines Auslandsjahres, hatte gerade meinen letzten Schultag hier und mir kullern immer noch die Tränen von den ganzen Verabschiedungen die Wangen hinunter und ich würde mir gerade nichts sehnlicher wünschen, als nochmal genau diese Zeit dranzuhängen und das alles noch einmal erleben zu können.
Jedem, der mit dem Gedanken spielt, ein Auslandsjahr während der Schulzeit zu machen, kann ich nur von ganzem Herzen empfehlen, sich auf dieses Abenteuer einzulassen, jeden einzelnen Moment zu genießen und auch versuchen, alle Herausforderungen anzunehmen und am Ende mit einem stolzen und gestärkten Gefühl über sich selbst hinauszuwachsen.